Actionreicher Familienurlaub im PillerseeTal

Steile Hennen, wilde Seen und versteinerte Könige

WILD. SEE. LODER.

Dieser Name schwirrte mir irgendwie schon seit Jahren im Kopf herum. So richtig verbinden konnte ich damit allerdings nix. Bis ich vor ein paar Wochen mal wieder meinem Lieblingshobby – vor Alpenvereins-Karten herumstehen und Berge anschauen – nachging und ihn entdeckte.

Es ist also ein Berg. Mit einem wunderschönen See darunter. Und einer Hütte davor. 

Und dieser Berg steht im Pillerseetal. 

Wo? Nie gehört? Ich ehrlich gesagt vorher auch nicht, obwohl es nur eine knappe Stunde Fahrtzeit von uns entfernt liegt. Einfach nur auf der anderen Seite des Wilden Kaisers, in der Nähe von Steinplatte, Lofer und Co., im Bezirk Kitzbühel.

Unseren viertägigen Aufenthalt im Nachbarland verbringen wir diesmal nicht im Bus, sondern im wunderschönen Hotel Chalets Grosslehen in Fieberbrunn. Ein kleines familiengeführtes Haus mit knapp über 20 Zimmern, 5 Luxus Chalets, einem Schwimmteich, Streichelzoo, Spielplatz und einer Minigolf-Anlage. Alles gemütlich, hübsch, ruhig und total idyllisch. Louise will nach unserer Ankunft natürlich überhaupt gar nicht mehr weg, aber wir haben doch so viel vor!

Ich hab diesmal schon daheim unsere Tage etwas geplant, um nicht im Urlaub wieder mit der Planung anzufangen und um einfach zu wissen, was man vorhat. Das Wetter ist leider ziemlich grau und nass, aber im Juni immerhin schon recht warm.

Dank unserer PillerseeTalCard, die wir für gute 52€ für vier Tage dazu kaufen, haben wir die Möglichkeit, jegliche Lifte im PilleseeTal jeden Tag zu benutzen, sparen uns Eintritte ins Familienland, zu Sehenswürdigkeiten, Schwimmbädern, Seen und Co. 

Deswegen geht’s direkt im Nachbarort St. Jakob in Haus erstmal mit dem Sessellift auf die Buchensteinwand. Dort oben steht das Jakobskreuz, ein riesengroßes begehbares Gipfelkreuz mit einer Wahnsinnsaussicht, die sogar Louise beeindruckt.

Nebendran hören wir dann Tierstimmen. „Häää?“ sagt Louise zurecht.

Oha, wir sind auf die Spuren des Steinbergkönigs geraten.

An verschiedenen Orten des PillerseeTals kann man nämlich an neunStationen die Elfensprache entziffern und damit auf das Geheimnis des Steinbergkönigs kommen. 

Wir sind direkt voll im Rätselfieber und verbringen die nächsten 20 Minuten auf den Spuren des Steinbergkönigs. Den sollten wir in den nächsten Tagen noch öfter antreffen.

Danach wandern wir gemütlich den Blumenlehrpfad entlang zum Spielplatz am Speichersee, als wir schon ein Donnergrollen hören.

Ab ins Tal!

Zum Glück gibt’s in St. Jakob in Haus noch das gemütliche Familienland mit über 50 Attraktionen. 

Louise war vorher noch nie in solch einem Park und ihr fallen fast die Augen raus. Sie weiß gar  nicht, wohin sie zuerst schauen soll und ist völlig hin und weg. Achterbahn! Wasserspielplatz! Boulderwand! Wasserrutsche! Piratenschiff! Kletterseile! Riesen-Rutschen! Hexenhaus! Und der Steinbergkönig ist auch wieder da! Mein Mann rätselt, wir fahren Achterbahn und als es zu regnen beginnt, können wir sogar noch in der Indoor-Halle bouldern gehen, während Louise neben uns den Bobbycar-Parcours unsicher macht.

Danach ist sie fix und fertig, geht um sechs Uhr freiwillig ins Bett und wir mit Babyphone in die Sauna, zum Aperitif und genießen das äußerst leckere 4-Gänge-Abendmenü. Läuft.

Am nächsten Morgen packen wir im Nachbarort Hochfilzen die Fahrräder vom Auto und radeln über den Biathlon-WM-Pfad in Richtung Hoametzl Hütte. Eigentlich sind’s nur 350 Höhenmeter, aber die haben es in sich – zumindest mit Kind auf dem Fahrrad Wir sind tatsächlich oben ziemlich platt.

Louise nicht. Die entdeckt gleich das riesen Trampolin mit Bergblick, den Sandkasten und die Biathlon-Gokart-Strecke und will sogar von unserem Apfelstrudel nix wissen, weil sie so im Fieber ist. Hey, du brauchst Stärkung, wir radeln noch weiter zum Klettern!

Am Wiesensee liegt nämlich ein super schönes, kleines Klettergebiet mit gut abgesicherten Routen vom 3. bis 8. Grad. Die meisten Routen sind aber eher 3er, 4er, 5er, sodass wir zur Gaudi auch Louise mal reinhängen. Klettern klappt noch nicht so, aber Schaukeln im Seil findet sie auch mega. Danach lässt sie uns sogar noch schnell zwei Routen klettern, während die auf dem Bankerl ihre Zoo-Kekse vertilgt. Im Kneipp-Becken muss sie natürlich anschließend noch nacktbaden und dann ruft der Minigolfplatz am Hotel! Minigolf, Baden, Babyschweine, Alpakas, Rutsche, Esel, Pfau. so geht der Nachmittag viel zu schnell dahin! Ab ins Bett, morgen geht’s auffi aufn Berg!

Endlich geht’s zum Wildseeloder. Das Wetter verspricht immerhin Trockenheit, deswegen stehen wir um Punkt neun Uhr an der Bergbahn Fieberbrunn. Die Gondel bringt uns bis zum Gipfel des Lärchfilzkogel auf 1645 Metern, von wo wir unsere Wanderung beginnen. Knappe 300 Höhenmeter sind es von hier aus nur mehr aufs Wildseeloderhaus. Easy! Louise rennt und läuft und hüpft und findet Blumen, Käfer, Steine. Als die kleinen Beinchen müde werden, setzt sie sich freiwillig in die Trage und wir wandern gemütlich den wunderschönen Steig inmitten von Blumen bis zur Hütte.

Von Weitem sehen wir schon, dass am Wildseeloder-Gipfel, rechts der Hütte, noch recht viel Schnee liegt. Deswegen entscheiden wir uns spontan, links herum auf die Henne zu steigen. Findet Louise natürlich mega lustig. Und als sie oben am Gipfelkreuz, nach weiteren 250 Höhenmetern wunderschönem Steig auch noch ein (Schoko) Ei findet, das Mama-Henne da anscheinend verloren hat, ist das Gelächter groß.

Mich hat es total gefreut, zu sehen, dass mittlerweile doch wieder etwas „größere“ Bergtouren drin sind und Louise echt Gaudi hatte am Aufstieg.

Am Wildseeloderhaus ist sie dann aber doch eingeschlafen und lässt sich von Kaiserschmarrn und Spinatknödel-Duft wecken. Die Küche am Wildseeloderhaus ist wirklich, wirklich gut – eine Einkehr lohnt sich!

Am Rückweg wartete dann an der Mittelstation der Seilbahn noch Louises persönliches Highlight: Timok’s Wilde Welt. Ein wirklich hübsch und natürlich angelegtes Kinderparadies mit einem riesengroßen Wasserspielplatz, Niederseilgarten, Kletterpark – eingebettet in ein tolles Bergpanorama. Wir Großen haben auch unseren Spaß beim Kraxeln, Staudamm Bauen und Trampolin Springen. Im Sommer soll zusätzlich noch ein Trail mit ca. 4 km Länge dazukommen, der von dort ins Tal führt. Im Tal gibt’s dann noch zwei weitere Lines und einen Pumptrack. Für uns ist jetzt schon klar: wir müssen wiederkommen! Seit Südtirol bin ich ja voll angefixt vom Radeln und freue mich echt schon total, mal wieder in einen Bikepark zu kommen!

Die ganzen Tage haben wir uns gefragt: warum waren wir hier noch nie?!

So nah, so cool und bisher so unbekannt!

Es gibt noch soo viel zu unternehmen dort – wir wollen auf jeden Fall bald nochmal herkommen.

Vielleicht ja auch ohne Kind – zum gscheid Bergln, gscheid Radln und gscheit Wellnessen. 

Klingt nach einem Plan, oder? 😉

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