Heimat. Von einem ganz besonderen Gefühl.

Ich bin Stewardess. Mein Mann ist Pilot. Reisen ist unser Beruf.

Vor Louise haben wir uns oft wochenlang nicht gesehen, oder waren zusammen unterwegs. Waren an einem Tag Fahrradfahren in Moskau, am nächsten Tag Pizza Essen in Rom, oder Wandern in Kiev.

Ich hatte Pfandflaschen aus Tokio, die ich regelmäßig zurückbringen konnte, Freunde in Mexiko, die ich monatlich besucht habe und Zahnpasta gab’s nur die coole indische – man konnte ja immer wieder Nachschub besorgen.

Wenn wir frei hatten, sind wir schnell mit dem Zelt nach Island geflogen, waren klettern in Griechenland, oder haben Freunde in Shanghai besucht.
Und dann kam Louise. Beschäftigungsverbot. Grounding, um in der Fliegersprache zu bleiben.
Wir hatten eine wunderschöne Wohnung mitten in München-Haidhausen, sogar mit Garten. Aber ich wollte raus. Raus aus der Stadt. Während der Schwangerschaft war ich gefühlt nur noch am Berg, in der Natur, im Wald. Shoppen? Kultur? Großstadtflair? Haben wir dank der Fliegerei genügend.

„Ich will raus auf’s Land“ eröffnete ich meinem Mann sehr bald. Irgendwo zwischen Murnau und Rosenheim. So halbwegs erreichbar vom Flughafen, aber weit genug in den Bergen.
Da Oma aus dem Inntal kommt, habe ich aber insgeheim schon etwas mit dem Inntal kalkuliert. Und plötzlich war sie da: unsere Wohnung auf Immoscout. Lars fuhr hin, zwei Tage nach Entbindung, um sie anzusehen, kam zurück in die Klinik und sagte: „Wir ziehen um!“ Hui. Ich hab’ erstmal geheult. Das war alles etwas viel.

Zwei Monate später waren wir da: in unserem 5000-Seelen-Dorf mit Zwiebelturm und Kaiserblick. Unsere Wohnung im Dachgeschoss: ein Traum. Groß, hell, mit wahnsinnigem Bergblick und halb so teuer wie in München.
Einen Tag später haben wir uns Langlauf-Equipment gegönnt und schon ging’s los mit dem Dorfleben. Skitour, Langlaufen, Bergtouren, Hütten, Rodeln. Wir kamen uns vor wie im Urlaub. Und das Gefühl ging nicht mehr weg.
Unser „Dauer-Airbnb“ nennen wir unsere Wohnung. Wir haben wahnsinnig tolle, offene, inspirierende, spannende Freunde kennengelernt und fühlen uns manchmal noch immer wie im Traum.

Ich liebe diese Geborgenheit, die das Dorfleben ausstrahlt. Dieses kleine, gemütliche und einfache. Es gibt nur eine Bar, da geht man eben hin. Es gibt auch nur ein Café und es gibt nur einen Freundeskreis. Nix mit Qual der Wahl.
Statt Kaffee trinken geht man langlaufen, statt spazieren eben auf den Berg. Am Spielplatz kennt man sich und statt Krabbelgruppe gibt’s Klettern mit Familienanschluss.

Ich hätte niemals gedacht, dass es sowas gibt, aber hier fühle ich mich daheim.
Nicht mal ins nächste Dorf würde ich mehr ziehen.
Und das Gefühl ist einfach wunderschön!

 

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